Pforzheim in alten Zeiten

Pforzheim entdecken

Pforzheim in alten Zeiten

Historische Texte und Abbildungen erzählen von Stadtmauern, Toren, Klöstern, Zünften, Brücken und dem Wandel zur Goldstadt. Eine kleine Zeitreise als Ergänzung zum heutigen Mittelaltermarkt.

Historische Darstellung von Pforzheim
Historisch belegt

Pforzheim als Marktstadt

Urkundlich belegt1067

Pforzheim wird in einer Urkunde Kaiser Heinrichs IV. erstmals genannt.

Quelle: Stadt Pforzheim

Stadtgeschichteum 1080

Pforzheim erhält das Marktrecht. Damit beginnt eine lange Geschichte als Markt- und Handelsort.

Quelle: Stadt Pforzheim

Goldstadt1767

Im Waisenhaus entsteht eine Manufaktur für Uhren und feine Stahlwaren – die Keimzelle der späteren Schmuckindustrie.

Quelle: Stadt Pforzheim

Alt-Pforzheim – Mauern, Tore und Türme

Die historische Heimatkunde beschreibt Pforzheim als befestigte Stadt mit hohen Mauern, einem Graben, Zugbrücken und mehreren Stadttoren. Genannt werden unter anderem Schäfertor, Steinbrückentor, Schelmentor und Tränktor.

Solche Darstellungen zeigen, wie anders sich Wege, Plätze und Stadträume über Jahrhunderte entwickelt haben – und wie viele heutige Namen noch an ältere Strukturen erinnern.

Historische Illustration von Alt-Pforzheim
Historische Buchillustration: Alt-Pforzheim

Die Barfüßergasse – Geschichte am Ort des Marktes

Historische Illustration zur Barfüßergasse in Pforzheim
Barfüßergasse und altes Pforzheim

Besonders eng ist die Verbindung zwischen Stadtgeschichte und heutigem Mittelaltermarkt in der Barfüßergasse. Die historische Darstellung berichtet vom ehemaligen Barfüßerkloster und schildert zugleich das damalige Straßenleben: enge, ungepflasterte Wege, einfache Beleuchtung und Nachtwächter.

Heute gehört die Barfüßergasse zu den Bereichen, in denen der Mittelaltermarkt stattfindet – Geschichte und heutiges Markterlebnis treffen hier unmittelbar aufeinander.

Handwerk, Zünfte und Flößer

Handwerk prägte Pforzheim lange vor der späteren Entwicklung zur Goldstadt. Die historische Heimatkunde nennt Zünfte der Bäcker, Schuster, Gerber und Bleicher sowie die besonders bedeutenden Flößer.

Gerade dieser historische Hintergrund schafft eine natürliche Brücke zum heutigen Mittelaltermarkt, auf dem traditionelles Handwerk wieder sichtbar und erlebbar wird.

Historische Illustration zu den Zünften in Pforzheim
Historische Illustration: Die Zünfte
Pforzheimer Persönlichkeit
Historische Illustration von Johannes Reuchlin

Johannes Reuchlin – Humanist aus Pforzheim

Johannes Reuchlin wurde 1455 in Pforzheim geboren und zählt zu den bedeutenden europäischen Humanisten. Er beschäftigte sich intensiv mit lateinischen, griechischen und hebräischen Texten und setzte sich später entschieden für den Erhalt jüdischen Schrifttums ein.

Auch unser historischer Reprint widmet ihm ein eigenes Kapitel und erinnert an seine enge Verbindung zur Pforzheimer Schloßkirche.

Mehr bei der Stadt Pforzheim →

Geschichte & Erinnerung

Die „Vierhundert Pforzheimer“

In der historischen Heimatkunde wird erzählt, dass 1622 in der Schlacht bei Wimpfen 400 Pforzheimer bis zuletzt für Markgraf Georg Friedrich von Baden gekämpft hätten. Diese Erzählung prägte über Jahrhunderte das Stadtgedächtnis.

Die moderne Forschung ordnet das berühmte Selbstopfer jedoch als später entstandene Heldenlegende ein. Gerade deshalb ist die Geschichte interessant: Sie zeigt nicht nur, was Menschen über die Vergangenheit erzählten, sondern auch, wie Erinnerung und Mythos entstehen.

Einordnung: 1622 gehört bereits zur Frühen Neuzeit, nicht mehr zum Mittelalter. Auf dieser Seite wird die Erzählung deshalb ausdrücklich als Erinnerungskultur und nicht als gesicherte mittelalterliche Tatsache behandelt.

Historischer Kern – spätere Legende

Die Schlacht bei Wimpfen fand 1622 statt. Die Vorstellung vom geschlossenen Opfertod der „Vierhundert Pforzheimer“ wurde später stark heroisiert und in der Forschung als Heldenlegende untersucht.

Wissenschaftliche Einordnung →

Von der Handwerksstadt zur Goldstadt

Historische Buchseite zur Entwicklung Pforzheims als Goldstadt
Historischer Abschnitt zur Bijouteriefabrikation

Im 18. Jahrhundert begann in Pforzheim die Entwicklung der Uhren- und Schmuckherstellung, aus der die spätere internationale Bedeutung als Goldstadt hervorging. Der Reprint schildert diese Entwicklung aus der Perspektive einer historischen Heimatkunde.

Damit spannt sich ein weiter Bogen: von mittelalterlichen Zünften und Handwerken bis zur späteren Schmuck- und Uhrenindustrie, die Pforzheim überregional bekannt machte.

Weitere historische Orte

Historische Illustration der Auerbrücke

Die Auerbrücke

Ein wiederkehrender Ort in der historischen Stadtbeschreibung und eng mit der Entwicklung Pforzheims an den Flüssen verbunden.

Historische Illustration der Schlosskirche

Die Schlosskirche

Eine der ältesten Kirchen Pforzheims und ein wichtiger Bezugspunkt der Stadtgeschichte.

Bilder einer vergangenen Stadt

Pforzheim in alten Ansichten

Historische Grundlage: Viele der historischen Texte und Abbildungen auf dieser Seite stammen aus Meine Heimat – Geschichten und Bilderbuch für die Pforzheimer Jugend. Die Wiederauflage entstand aus der langjährigen Verbundenheit der Herausgeber mit Pforzheim und dem dortigen Mittelaltermarkt. Ziel war es, ein fast vergessenes Stück Stadtgeschichte wieder zugänglich zu machen und auch für Leser verständlich aufzubereiten, die Frakturschrift heute kaum noch lesen können. Der Reprint erschien im Oldtimertools-Verlag und ist im Buchhandel sowie während des Mittelaltermarkts am Holzstand und am Beerenweinstand erhältlich.
Pforzheim im Mittelalter · Historische Originalzeugnisse

Markgrafen, Ritter und die Stadt Pforzheim

Pforzheim war eng mit dem Haus Baden verbunden und im 14. Jahrhundert zeitweise Residenzstadt. Originalurkunden und historische Regentenbilder machen diese Epoche heute noch unmittelbar sichtbar.

Historisches Bildnis des Markgrafen Bernhard I. von Baden
Markgraf Bernhard I.

Ein Herrscher mit direktem Pforzheim-Bezug

Eine erhaltene Urkunde vom 16. Juli 1384 dokumentiert die Huldigung Pforzheimer Bürger gegenüber Markgraf Bernhard I. von Baden. Besonders eindrucksvoll sind die anhängenden Siegel – ein unmittelbares Originalzeugnis aus dem spätmittelalterlichen Pforzheim.

Bildnis: Johann Velten, Abbildungen der Regenten des Fürstlichen Hauses Baden. Historische Lithographie; Rechtekennzeichnung des Digitalisats: CC0.

Pforzheimer Huldigungsurkunde aus dem Jahr 1384 mit angehängten Siegeln
16. Juli 1384

Die Pforzheimer Huldigungsurkunde

Die Urkunde mit mehreren Siegeln dokumentiert die Huldigung Pforzheimer Bürger gegenüber Bernhard I. Sie verbindet die heutige Marktstadt unmittelbar mit ihrer mittelalterlichen Herrschaftsgeschichte.

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Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe, GLAK 36 Nr. 311.

Urkunde von 1323 zum Heilig-Geist-Spital Pforzheim
24. September 1323

Rudolf IV. und das Heilig-Geist-Spital

Markgraf Rudolf IV. und seine Gemahlin Lutgard übergaben das von ihnen gestiftete Heilig-Geist-Spital in der Pforzheimer Vorstadt an den Heilig-Geist-Orden. Rudolf IV. hatte Pforzheim bei einer Erbteilung erhalten und die Stadt zu seiner Residenz gemacht.

Originalurkunde ansehen ↗

Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe, GLAK 38 Nr. 3281 · Digitalisat Public Domain.

Historische Darstellung des Markgrafen Friedrich III. von Baden
Haus Baden

Die badischen Markgrafen prägten Pforzheim

Die Regentenbilder aus dem 19. Jahrhundert zeigen, wie man sich die frühen badischen Herrscher später vorstellte. Sie sind keine zeitgenössischen Porträts des Mittelalters, helfen aber, die Verbindung zwischen Pforzheim und dem Haus Baden anschaulich zu machen.

Bildnis: Markgraf Friedrich III. von Baden aus dem Velten-Regentenwerk; Digitalisat CC0.

Historische Stadtstruktur

Pforzheim mit Stadtmauer, Stadtgraben und Toren

Der historische Situationsplan zeigt die ältere Stadtstruktur mit Stadtgraben, Stadtmauer, Zwinger, Torbereichen, Gassen und Hausparzellen. Er veranschaulicht, wie kompakt und befestigt Pforzheim einst aufgebaut war.

Historischer Situationsplan von Pforzheim mit Stadtmauer, Graben und Toren

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Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe, H Pforzheim 2 · Public Domain Mark 1.0.

1339 · Ritter und Umland

Ritter Wolf von Stein und Markgraf Rudolf IV.

Die Urkunde von 1339 verbindet das Pforzheimer Umland mit der Welt der Ritter und der badischen Markgrafen. Sie betrifft Ritter Wolf von Stein und Markgraf Rudolf IV. von Baden und ergänzt die örtliche Herrschaftsgeschichte um ein mittelalterliches Originalzeugnis.

Urkunde von 1339 zu Ritter Wolf von Stein und Markgraf Rudolf IV.

Urkunde im Landesarchiv ansehen ↗

Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe, GLAK 38 Nr. 318 · Public Domain Mark 1.0.

Weitere Stadtgeschichte: Auf dieser Seite findet ihr auch die Barfüßergasse, das frühere Barfüßerkloster, Zünfte und Handwerk, den Wandel zur Goldstadt und historische Ansichten Pforzheims. Die Quellen- und Bildnachweise sind jeweils bei den historischen Dokumenten angegeben.