Pforzheim in alten Zeiten
Historische Texte und Abbildungen erzählen von Stadtmauern, Toren, Klöstern, Zünften, Brücken und dem Wandel zur Goldstadt. Eine kleine Zeitreise als Ergänzung zum heutigen Mittelaltermarkt.
Pforzheim als Marktstadt
Pforzheim wird in einer Urkunde Kaiser Heinrichs IV. erstmals genannt.
Pforzheim erhält das Marktrecht. Damit beginnt eine lange Geschichte als Markt- und Handelsort.
Im Waisenhaus entsteht eine Manufaktur für Uhren und feine Stahlwaren – die Keimzelle der späteren Schmuckindustrie.
Alt-Pforzheim – Mauern, Tore und Türme
Die historische Heimatkunde beschreibt Pforzheim als befestigte Stadt mit hohen Mauern, einem Graben, Zugbrücken und mehreren Stadttoren. Genannt werden unter anderem Schäfertor, Steinbrückentor, Schelmentor und Tränktor.
Solche Darstellungen zeigen, wie anders sich Wege, Plätze und Stadträume über Jahrhunderte entwickelt haben – und wie viele heutige Namen noch an ältere Strukturen erinnern.

Die Barfüßergasse – Geschichte am Ort des Marktes

Besonders eng ist die Verbindung zwischen Stadtgeschichte und heutigem Mittelaltermarkt in der Barfüßergasse. Die historische Darstellung berichtet vom ehemaligen Barfüßerkloster und schildert zugleich das damalige Straßenleben: enge, ungepflasterte Wege, einfache Beleuchtung und Nachtwächter.
Handwerk, Zünfte und Flößer
Handwerk prägte Pforzheim lange vor der späteren Entwicklung zur Goldstadt. Die historische Heimatkunde nennt Zünfte der Bäcker, Schuster, Gerber und Bleicher sowie die besonders bedeutenden Flößer.
Gerade dieser historische Hintergrund schafft eine natürliche Brücke zum heutigen Mittelaltermarkt, auf dem traditionelles Handwerk wieder sichtbar und erlebbar wird.


Johannes Reuchlin – Humanist aus Pforzheim
Johannes Reuchlin wurde 1455 in Pforzheim geboren und zählt zu den bedeutenden europäischen Humanisten. Er beschäftigte sich intensiv mit lateinischen, griechischen und hebräischen Texten und setzte sich später entschieden für den Erhalt jüdischen Schrifttums ein.
Auch unser historischer Reprint widmet ihm ein eigenes Kapitel und erinnert an seine enge Verbindung zur Pforzheimer Schloßkirche.
Die „Vierhundert Pforzheimer“
In der historischen Heimatkunde wird erzählt, dass 1622 in der Schlacht bei Wimpfen 400 Pforzheimer bis zuletzt für Markgraf Georg Friedrich von Baden gekämpft hätten. Diese Erzählung prägte über Jahrhunderte das Stadtgedächtnis.
Die moderne Forschung ordnet das berühmte Selbstopfer jedoch als später entstandene Heldenlegende ein. Gerade deshalb ist die Geschichte interessant: Sie zeigt nicht nur, was Menschen über die Vergangenheit erzählten, sondern auch, wie Erinnerung und Mythos entstehen.
Historischer Kern – spätere Legende
Die Schlacht bei Wimpfen fand 1622 statt. Die Vorstellung vom geschlossenen Opfertod der „Vierhundert Pforzheimer“ wurde später stark heroisiert und in der Forschung als Heldenlegende untersucht.
Von der Handwerksstadt zur Goldstadt

Im 18. Jahrhundert begann in Pforzheim die Entwicklung der Uhren- und Schmuckherstellung, aus der die spätere internationale Bedeutung als Goldstadt hervorging. Der Reprint schildert diese Entwicklung aus der Perspektive einer historischen Heimatkunde.
Damit spannt sich ein weiter Bogen: von mittelalterlichen Zünften und Handwerken bis zur späteren Schmuck- und Uhrenindustrie, die Pforzheim überregional bekannt machte.
Weitere historische Orte

Die Auerbrücke
Ein wiederkehrender Ort in der historischen Stadtbeschreibung und eng mit der Entwicklung Pforzheims an den Flüssen verbunden.

Die Schlosskirche
Eine der ältesten Kirchen Pforzheims und ein wichtiger Bezugspunkt der Stadtgeschichte.
Pforzheim in alten Ansichten
Markgrafen, Ritter und die Stadt Pforzheim
Pforzheim war eng mit dem Haus Baden verbunden und im 14. Jahrhundert zeitweise Residenzstadt. Originalurkunden und historische Regentenbilder machen diese Epoche heute noch unmittelbar sichtbar.

Ein Herrscher mit direktem Pforzheim-Bezug
Eine erhaltene Urkunde vom 16. Juli 1384 dokumentiert die Huldigung Pforzheimer Bürger gegenüber Markgraf Bernhard I. von Baden. Besonders eindrucksvoll sind die anhängenden Siegel – ein unmittelbares Originalzeugnis aus dem spätmittelalterlichen Pforzheim.
Bildnis: Johann Velten, Abbildungen der Regenten des Fürstlichen Hauses Baden. Historische Lithographie; Rechtekennzeichnung des Digitalisats: CC0.

Die Pforzheimer Huldigungsurkunde
Die Urkunde mit mehreren Siegeln dokumentiert die Huldigung Pforzheimer Bürger gegenüber Bernhard I. Sie verbindet die heutige Marktstadt unmittelbar mit ihrer mittelalterlichen Herrschaftsgeschichte.
Original im Landesarchiv ansehen ↗
Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe, GLAK 36 Nr. 311.

Rudolf IV. und das Heilig-Geist-Spital
Markgraf Rudolf IV. und seine Gemahlin Lutgard übergaben das von ihnen gestiftete Heilig-Geist-Spital in der Pforzheimer Vorstadt an den Heilig-Geist-Orden. Rudolf IV. hatte Pforzheim bei einer Erbteilung erhalten und die Stadt zu seiner Residenz gemacht.
Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe, GLAK 38 Nr. 3281 · Digitalisat Public Domain.

Die badischen Markgrafen prägten Pforzheim
Die Regentenbilder aus dem 19. Jahrhundert zeigen, wie man sich die frühen badischen Herrscher später vorstellte. Sie sind keine zeitgenössischen Porträts des Mittelalters, helfen aber, die Verbindung zwischen Pforzheim und dem Haus Baden anschaulich zu machen.
Bildnis: Markgraf Friedrich III. von Baden aus dem Velten-Regentenwerk; Digitalisat CC0.
Pforzheim mit Stadtmauer, Stadtgraben und Toren
Der historische Situationsplan zeigt die ältere Stadtstruktur mit Stadtgraben, Stadtmauer, Zwinger, Torbereichen, Gassen und Hausparzellen. Er veranschaulicht, wie kompakt und befestigt Pforzheim einst aufgebaut war.

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Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe, H Pforzheim 2 · Public Domain Mark 1.0.
Ritter Wolf von Stein und Markgraf Rudolf IV.
Die Urkunde von 1339 verbindet das Pforzheimer Umland mit der Welt der Ritter und der badischen Markgrafen. Sie betrifft Ritter Wolf von Stein und Markgraf Rudolf IV. von Baden und ergänzt die örtliche Herrschaftsgeschichte um ein mittelalterliches Originalzeugnis.

Urkunde im Landesarchiv ansehen ↗
Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe, GLAK 38 Nr. 318 · Public Domain Mark 1.0.